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Polaris: Macht die Bergwacht stark
13.05.2019

Skifahrer, Wanderer, Almbewohner haben, wenn im Gebirge unterwegs, eine Versicherung immer im Gepäck: Das Wissen, im Fall der Fälle auf die Bergwacht vertrauen zu können. Die Retter indes rüsten stetig auf: Im Erzgebirge jetzt auch mit einer besonderen Version des Polaris Ranger.

Ein herrlicher Märzmorgen im Erzgebirge. Die Sonne wirft ihre ersten langen Strahlen über den Kamm und lässt die Schneemassen im Skigebiet am Külligut erstrahlen. Ob der Anblick zu schön ist oder der Schnee zu grell – jedenfalls übersehen zwei Skifahrer einander und krachen mit voller Wucht zusammen. Beide bleiben verletzt am Boden liegen und rufen mit letzter Kraft telefonisch Hilfe. Die Retter rücken auf schnellem Geschoss an: Aus dem nahegelegenen Johanngeorgenstadt sind die freiwilligen Bergwacht-Einsatzkräfte André Kreisel und Katja Wehe bereits nach zehn Minuten am Unfallort und übernehmen die Erstversorgung der Patienten. Die Kollegen der benachbarten Bergwacht Rittersgrün, Heiko Solbrig und Denis Heinrich, treffen kurze Zeit später ein und tragen zu einer reibungslosen Rettungsaktion bei.

Beide Bergwachten vertrauen auf den Polaris Ranger. Während die Rittersgrüner bereits seit über einem Jahr von den Vorzügen des robusten Side-by-Side-Fahrzeugs Ranger XP 900 profitieren, ist das neueste Topmodell des amerikanischen Fahrzeugherstellers, der Ranger XP 1000, erst seit Beginn des Jahres bei den Kameraden aus Johanngeorgenstadt im Einsatz.

„Ohne den Ranger hätten wir den Unfallort niemals so schnell mit unserem gesamten Equipment erreicht“, sagt Alexander Schürer, stellvertretender Bereitschaftsleiter und Fahrzeugbeauftragter bei der Bergwacht Johanngeorgenstadt. „Dieses Fahrzeug bringt uns eine enorme Zeitersparnis und der Faktor Zeit kann bei verunfallten Personen über Leben und Tod erscheinen.“ Doch das sei nicht der einzige Vorteil. Dank eines großzügigen Ladevolumens und intelligenter Umbaumaßnahmen habe man vom Rettungskoffer über Wärmedecken bis hin zu sperrigen Krankentrage alles an Bord, was für eine erstklassige Versorgung benötigt werde. Die Verladung des Patienten gelingt ebenfalls mühelos und dank der einzigartigen Durchladefunktion ist ein Liegendtransport ohne Weiteres möglich. „Wir haben bereits von Patienten das Feedback erhalten, dass sie sich dank des butterweichen Fahrwerks und der beheizten Kabine pudelwohl gefühlt haben, trotz der unglücklichen Umstände“, so Schürer.

Spezialumbau mit Maßanfertigung
Der Ranger XP 1000 der Bergwacht ist ein Spezialumbau von Speedfactory-Quadstore. Der Polaris-Händler aus Breitenbrunn ist das einzige Unternehmen in Deutschland, das diese clevere Technik anbietet. Inhaber Sven Uhlrich hat gemeinsam mit seinen beiden Mitarbeitern den Rescue-Ranger von der ersten Zeichnung über die Fertigung bis hin zur Homologation komplett in Eigenregie auf die Schneeketten gestellten. Das gesamte Projekt umfasst über 100 Teile, die eigens für die Kabine auf der Heckpritsche des Ranger angefertigt wurden. Die Box besteht komplett aus Aluminium und wiegt nur rund 200 Kilogramm. Die an der Decke untergebrachte Trage kann dank einer intelligenten Rahmenkonstruktion schnell entnommen und ebenso einfach wieder verstaut werden. Die Rückwand der Ranger-Fahrerkabine verstärkten die Spezialisten von Speedfactory-Quadstore. Auf einer Seite ist der Klappsitz für den Rettungssanitäter oder Notarzt untergebracht, auf der anderen Seite wurde eine clevere Durchladeluke installiert, die bei Bedarf umgeklappt werden kann und so eine ebene Ladefläche für den Liegendtransport des Patienten ermöglicht.

„In der Fahrerkabine mussten wir nichts ändern. Die ist einfach top“, sagt Sven Uhlrich, Inhaber vom Speedfactory-Quadstore. „Die Instrumente sind optimal auf den Fahrer ausgerichtet, die Sitze bequem, die Heizung funktioniert einwandfrei und mit seinen zahlreichen cleveren Ablagemöglichkeiten lässt der Ranger keine Wünsche offen. Einzig das Panel für die Steuerung der 180-Grad-Lichtanlage auf dem Dach haben wir nachträglich installiert. Dieses einsatztaktische Zusatzequipment haben wir auf Wunsch der Bergwacht installiert, denn es bietet beste Sicht bei nächtlichen Suchaktionen.“

Auch unter dem Blechkleid haben die Umbauexperten keinen Handlungsbedarf gesehen. Hier leistet der ProStar 1000 Zweizylindermotor zuverlässige Arbeit. Er ist mit 60 kW (82 PS) ein überaus leistungsstarker Antrieb und stellt mit 83 Newtonmeter ein kraftvolles Drehmoment bereit. Hinzu kommen 1.100 Kilo Anhängelast und 330 Millimetern Bodenfreiheit.

Der Ranger ist bei den Bergwachten jedoch nicht nur im Winter im Einsatz, sondern wird das ganze Jahr über genutzt. Die Umrüstung von Kettenbetrieb auf normale Räder dauert nur wenige Minuten und macht den RAanger zu einem ganzjährig nutzbaren Spezialfahrzeug. Da er bereits ab Werk für öffentliche Straßen zugelassen ist, kann der Ranger auch für Besorgungsfahrten oder sonstige alltägliche Transporte genutzt werden.

Pionierarbeit
Der Ranger XP 1000 der Bergwacht Johanngeorgenstadt ist die jüngste Ausbaustufe von Speedfactory-Quadstore. Die Pionierarbeit der Offroad-Spezialisten begann jedoch mit dem Ranger XP 900, den die Bergwacht Rittersgrün 2017 in Auftrag gegeben hat. Dank finanzieller Unterstützung durch ein Förderprojekt der Gemeinde Breitenbrunn konnten die freiwilligen Helfer bereits Anfang 2018 vom Skimobil auf den Ranger umsatteln, der sich seitdem bereits in zahlreichen Einsätzen bewährt hat, wie Bereitschaftsleiter Heiko Solbrig berichtet: „Der Ranger ist sehr geländegängig. Wir können im Sommer wie im Winter in Regionen vordringen, die wir zu Fuß nie erreichen würden – schon gar nicht mit unserer gesamten Rettungsausrüstung. Zudem eignet sich das Fahrzeug hervorragend für die Absicherung von Veranstaltungen, da wir schnell an unterschiedlichen Orten sein können und sehr agil sind.“

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