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KTM: Elektronische „Augen“ fürs Motorrad
06.06.2018

Die digitale Aufrüstung im Motorradbereich floriert. Jetzt hat der österreichische Hersteller KTM signalisiert, dass man bei dieser Entwicklung ein gehöriges Wörtchen mitzusprechen gedenkt, und vor kurzem Einblicke in Prototypen-Systeme für adaptive Geschwindigkeitsregelung und Toter-Winkel-Überwachung gewährt, die ab 2021 Einzug in die Serie halten sollen.

An einer Reiseenduro des Typs 1290 Super Adventure S waren die Test-Systeme verbaut, die KTM am 2. Mai im ÖAMTC-Fahrtechnikzentrum im österreichischen Marchtrenk erstmals live demonstrierte. Bei einer dieser neuartigen elektronischen Baugruppen handelte es sich um eine Adaptive Cruise Control (ACC), die nach Angaben des Herstellers aber nicht als Not-Bremssystem gedacht ist, sondern nur dann zum Einsatz kommen soll, wenn die Geschwindigkeitsregelanlage des Motorrads oberhalb eines gewissen Speeds aktiviert ist. Das System erkenne Fahrzeuge in der Größe von Motorrädern und darüber hinaus, die vor dem ACC-gepimpten Motorrad fahren, und betätige automatisch Gas und Bremse, um einen bestimmten Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug automatisch einzuhalten. Die endgültige Version dieses Systems, so KTM, stecke zwar noch in der Entwicklung, Ziel sei aber, den Fahrer in die Lage zu versetzen, den gewünschten Abstand und die Geschwindigkeit selbst einzustellen. Beim Hersteller rechnet man damit, dass die fertig entwickelte ACC schneller reagiert, als das ein Fahrer könnte.

Auch den berühmten „toten Winkel“ – dem Biker nur mit einem beherzten Blick über die Schulter begegnen können, was bei dichtem Verkehr durchaus gefährlich sein kann – hat KTM ins Visier genommen. Den sperrigen Begriff „Blind Spot Detection“ (BSD) trägt ein entsprechendes System, das dem Fahrer gleichsam ein weiteres Augenpaar zur Verfügung stellen soll. BSD arbeitet laut KTM mit einem für kurze Entfernungen entwickelten Radar, das den Fahrer vor unbemerkten Kollisionsgefahren von hinten – zum Beispiel beim Spurwechsel – warnen soll, indem es eine entsprechende Warnung im Display des Motorrads anzeigt, über LEDs im Rückspiegelglas und akustisch Signal gibt.

Wie man beim Hersteller betont, sollen die jetzt vorgestellten Features Teil eines neuen Elektronikpaketes sein, das ab Modelljahr 2021 für bestimmte KTM-Modelle erhältlich sein soll. Zudem sollen weitere sensorbasierte Systeme kommen, an denen man bereits arbeite. Bereits jetzt sind etwa die neue KTM 790 Duke und alle Bikes mit dem 1290er-Motor der Mattighofener mit schräglagenabhängig regelnden Systemen ausgerüstet, darunter eine Stabilitätskontrolle, Kurven-ABS oder Traktionskontrolle. Auch semiaktive Fahrwerke, eine Berganfahrhilfe, automatische Blinkerrückstellung, Quickshifter und Kurvenlicht haben längst Einzug gehalten ins Elektronikprogramm der Österreicher.

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