Peter Kopriva ist neuer CEO der KSR Group in Krems.
Peter Kopriva ist neuer CEO der KSR Group in Krems. (© KSR Group)
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KSR Group: Expansion und neues Top-Management
11.05.2021

Die österreichische KSR Group GmbH, mit über 60.000 verkauften Fahrzeuge pro Jahr einer der größten herstellerunabhängigen Zweiradimporteure Europas und zugleich Hersteller eigener Marken wie Brixton oder Malaguti, wächst weiter. Und hat die Weichen im Management des Unternehmens neu gestellt.

Wie das vom niederösterreichischen Donaustädtchen Krems aus operierende Unternehmen jetzt mitteilte, stelle man sich aktuell neu auf, um, wie man betont, „die herausfordernde Zukunft noch besser und fokussierter meistern zu können“. Die beiden Eigentümer Christian und Michael Kirschenhofer wollen sich nach eigenem Bekunden künftig stärker auf die strategische Unternehmenssteuerung konzentrieren. Die operative Geschäftsleitung habe man bereits mit Wirkung zum 1. Januar 2021 in die Hände des langjährigen CFOs Peter Kopriva gelegt. Kopriva ist dem Vernehmen nach seit 15 Jahren für KSR tätig und hat, so heißt es aus Krems, „maßgeblich beigetragen, den Erfolg der KSR Group auf eine solide und sichere Basis zu stellen“.

Kopriva will die Umsetzung der neuen KSR-Strategie, die man intern mit „Zukunftsbild 2025“ überschrieben hat, nach eigenem Bekunden „mit einem starken, motivierten Führungsteam“ und einer neuen Struktur innerhalb der Organisation angehen. „Die KSR Group hat sich in den letzten Jahren außergewöhnlich schnell entwickelt und wir sind weiter auf Expansionskurs. Deshalb stellen wir jetzt das Unternehmen auch organisatorisch auf neue Beine – mit dem klaren Ziel der stärkeren Fokussierung auf unsere Kundengruppen und damit der Steigerung der Kundenzufriedenheit.“ Diese Fokussierung zeige sich auch durch die Bestellung von Christoph Wolf zum Leiter der neu gegründeten Division „Mobility“. Christoph Wolf ist nach Unternehmensangaben seit Juni 2019 bei der KSR Group und bringe viel Erfahrung in den Bereichen Vertrieb und Entwicklung von neuen Geschäftsbereichen im automotiven Umfeld (Volkswagen, DEKRA) mit. Mit dem Unternehmensbereich „Mobility“, der bei KSR nach eigener Darstellung für mehr als 60 Prozent der Umsätze verantwortlich ist, verantworte Wolf alle Geschäftstätigkeiten mit zwei- und vierrädrigen Fahrzeugen: Die Konzernmarken Brixton, Lambretta, Malaguti, Motron sowie die Vertriebsmarken Royal Enfield, Niu, CFMoto, Italjet, Sur-Ron.

Trotz globaler Pandemie blickt man bei KSR positiv in die Zukunft. Die Krise habe das Unternehmen bisher sehr gut meistern können, so der Tenor aus Krems – vor allem „dank einer vorausschauenden Geschäftspolitik, großartigen Mitarbeitern und loyalen Händlern und Partnern“. Der Geschäftserfolg zeige sich auch in der Tatsache, dass das Unternehmen während der Pandemie über 30 neue Mitarbeiter angestellt habe. Das zurückliegende Geschäftsjahr schloss die KSR Group nach eigenen Angaben mit einem Rekordumsatz von 179 Millionen Euro ab – ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem vorausgegangenen Wirtschaftsjahr. „Bemerkenswerte Steigerungsraten“ seien dabei von den Konzernmarken Brixton (+73 Prozent) und Malaguti (+71 Prozent) gekommen, aber auch zum Beispiel von CFMoto oder Royal Enfield. Auch in den weiteren Geschäftsbereichen habe man stark zulegen können, betont man in Krems.

Die Zulassungszahlen für das 1. Quartals 2021 in Deutschland bestätigen den von KSR eingeschlagenen Weg indes. Trotz punktueller Engpässe in der Lieferkette habe man die Werte vor allem bei den Marken Brixton (+337%), CFMoto (+164%) , Niu (ohne L1e: +100%), Lambretta (+67%) eindrucksvoll steigern können, so das Unternehmen.

Benelli ad acta gelegt
Zum kürzlich verlautbarten Ende der Kooperation mit Benelli erklärt Michael Kirschenhofer: „Als wir 2016 den Vertrieb der Marke Benelli für den DACH-Raum übernommen haben, war die Situation von Benelli sehr angespannt, die Traditionsmarke stand kurz vor dem Konkurs und wurde an die chinesische Qianjiang (QJ) Gruppe verkauft. Gemeinsam mussten wir eine längere Durststrecke überwinden, bis das Unternehmen wieder einen Wachstumspfad einschlug. Trotz einer Steigerungsrate von mehr als 1.000 Prozent innerhalb der letzten 4 Jahre erhielten wir im Jänner 2021 die Information, dass Benelli rückwirkend per 31.12.2020 den Vertriebsvertrag mit der KSR Group kündigen möchte. An dieser Stelle möchten wir aber unseren treuen Händlern versichern, dass wir Ihnen weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen und Ihnen spannende Neuheiten und ein attraktives Marken- und Modellportfolio anbieten können.“

Als größte Herausforderung sieht die KSR Group aktuell die globale Liefersituation. „Natürlich leiden auch wir unter der globalen Beschaffungs- und Lieferproblematik“, meint CEO Peter Kopriva. Nicht zuletzt dank der großen Nachfrage nach Zweirädern kämen die Lieferketten ins Stocken, da bei vielen Produzenten die Ressourcen (Rohstoffe, Zulieferteile, etc.) knapp würden. Zusätzlich erschwere die schon länger bekannte Lieferproblematik aus Asien die rechtzeitige und ausreichende Versorgung der KSR-Händler mit Ware. „Wir arbeiten hart daran, um so viele Container wie möglich verschiffen zu können, um damit die Nachfrage in Europa decken zu können, sind aber hier von vielen externen Faktoren abhängig“, ergänzt Christoph Wolf. Für KSR sei dies besonders bitter, da die Endkundennachfrage nach nahezu allen Marken im Portfolio weiterhin riesengroß sei. „Besonders hervorheben möchten wir hier die aktuelle Sogwirkung bei den Marken CFMoto, Brixton und auch Royal Enfield, wo beispielsweise viele Kunden auf die neue Meteor 350 sehnsüchtig warten“, so Wolf.

KSR goes Hellas
Die KSR Group will ihren Expansionskurs fortsetzen – und unterstreicht dies auch mit der Gründung der KSR Hellas mit Sitz in Athen, die seit April 2021 den griechischen Motorradmarkt bedient. Damit ist die KSR Group nach eigener Darstellung in den fünf größten Zweiradmärkten der EU mit einer eigenen Niederlassung vertreten.

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