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Kinderfahrradhelme im Test
28.03.2026

Ein aktueller Test von ADAC und Stiftung Warentest zeigt, wie gut Kinderfahrradhelme wirklich schützen – und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt.

Der ADAC hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest insgesamt 18 Kinderfahrradhelme im Labor auf ihre Sicherheit im Falle eines Unfalls geprüft. Dabei wurden neben dem Schutz vor Verletzungen auch Aspekte wie Bedienung, Verschlusssystem, Tragekomfort und mögliche Schadstoffe untersucht. Aufgrund überarbeiteter Bewertungskriterien lassen sich die Ergebnisse jedoch nur eingeschränkt mit dem Kinderhelmtest aus dem Jahr 2022 vergleichen. Strengere Anforderungen und eine ausbleibende Weiterentwicklung der Produkte führen dazu, dass kein Modell die Gesamtnote „gut“ erreicht.

Dennoch bieten alle getesteten Helme einen grundlegenden Schutz vor schweren Kopfverletzungen. Am überzeugendsten schneidet dabei ausgerechnet das günstigste Modell ab: Der Helm von Crivit kostet rund 15 Euro und gehört zu den wenigen, die beim Unfallschutz mit „gut“ bewertet wurden. Mit einer Gesamtnote von 2,6 sichert er sich den Testsieg. Besonders positiv fällt seine gute Sichtbarkeit auf – dank auffälliger Reflexstreifen und eines integrierten Rücklichts, dessen Batterien sich leicht austauschen lassen. Beim Tragekomfort gibt es hingegen Abzüge, hier erreicht der Helm nur ein „ausreichend“.

Zwei Modelle schneiden im Test so schlecht ab, dass sie nicht empfohlen werden können: der Abus You Drop sowie der Melon Urban-Active. Beide bieten lediglich einen ausreichenden Unfallschutz und weisen insbesondere im Schläfenbereich Schwächen auf. Der Abus-Helm ist zudem bei Dunkelheit schlecht sichtbar, da er nur über einen kleinen Reflektor verfügt. Beim rund 80 Euro teuren Melon-Modell wurde außerdem ein sogenannter „Mikroschlupf“ festgestellt. Dabei lockert sich während der Fahrt das Gurtband, weshalb es regelmäßig überprüft und nachjustiert werden muss.

Insgesamt zeigt der Test, dass bei allen Helmen noch Verbesserungsbedarf besteht. Laut ADAC ließen sich viele Mängel bereits mit einfachen Maßnahmen beheben. So kann zusätzliches Reflexionsmaterial – insbesondere an den Gurtbändern – die Sichtbarkeit deutlich erhöhen. Gesicherte Gurtenden verhindern ein unbeabsichtigtes Lösen, während gut einstellbare Gurtverteiler die Handhabung erleichtern. Auch das Gewicht spielt für den Tragekomfort eine wichtige Rolle: Der schwerste Helm im Test wiegt mit 397 Gramm fast doppelt so viel wie das leichteste Modell mit 204 Gramm, ohne dabei besseren Schutz zu bieten.

Eltern sollten beim Kauf eines Fahrradhelms für ihre Kinder unbedingt mehrere Modelle ausprobieren, empfiehlt der ADAC. Da Kopfformen unterschiedlich sind und Helme oft nur in bestimmten Größen erhältlich sind, ist ein Probesitzen entscheidend. Wichtig ist außerdem eine gute Sichtbarkeit – etwa durch Reflektoren und aktive Beleuchtung, deren Batterien sich einfach wechseln oder aufladen lassen. Nach einem Sturz sollte der Helm in jedem Fall ersetzt werden, auch wenn äußerlich keine Schäden erkennbar sind, da die Schutzwirkung beeinträchtigt sein kann.

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Aktuelle Ausgabe: 03/26