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Ein guter Start in die Motorrad Saison – so einfach geht's
22.05.2026

Mit der richtigen Vorbereitung gelingt der Start in die neue Motorrad-Saison problemlos. Hier gibt’s die Checkliste für den Saisonstart.

Motorrad-Checkliste nach der Winterpause

Schritt 1: Entfernung der Konservierung
Für die Winterruhe wurden der Motorblock und der Auspuff mit Feinöl konserviert. Weit verbreitet ist es auch, in die Schalldämpfer einen ölgetränkten Lappen zu stecken. Daher sollte das Motorrad nun gründlich abgewischt und der ölige Stoff aus dem Pott entfernt werden. 

Wichtig! Wurde das Bike mit Konservierungsmittel versehen, müssen unbedingt die Bremsscheiben gründlich mit Bremsenreiniger gesäubert werden. Außerdem darauf achten, dass Handhebel und Fußrasten frei von schmierigen Rückständen sind.

Schritt 2: Motorradbatterie mit frischer Energie versorgen:
Nun ist der Zeitpunkt gekommen, auch die Motorrad-Batterie nach der Winterpause vom Ladegerät  zu trennen und wieder einzubauen. Befindet sich die Batterie wieder an ihrem Platz, zuerst den Pluspol anklemmen. Dann das Minuskabel befestigen. Nun bekommen die Pole noch etwas Polfett spendiert. Die Batterie hat einen Entlüftungsschlauch? Auf ein knickfreies Verlegen achten! MF-Batterien (MF, Maintenance Free = wartungsfrei) haben diesen Schlauch nicht, daher entfällt s in diesem Fall.
Wurde die Batterie im Fahrzeug überwintert und nicht regelmäßig geladen, empfehlen unsere YUASA-Batterieexperten, den Akku auszubauen und ihn an einem Ladegerät aufzufrischen. Beim Ausbau mit dem Minuspol beginnen.
Bei Standard-Säurebatterien muss der Füllstand kontrolliert und bei Bedarf mit demineralisiertem Wasser aufgefüllt werden. Das ist bei wartungsfreien Batterien nicht erforderlich.
Hat sich die Motorradbatterie tiefenentladen, nimmt sie keine ausreichende Ladung mehr auf. Die Zellen sind mehr oder weniger stark sulfatiert. In diesem Fall hilft nur noch ein Austausch des Motorrad-Akkus.

Schritt 3: Kontrolle von Licht und Hupe
Für die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr müssen Licht und Hupe in einwandfreiem Zustand sein. Daher Blinker, Abblend- und Fernlicht überprüfen, außerdem einen Blick auf die Rückleuchte werfen und das Bremslicht kontrollieren. Kennzeichenleuchte sowie die Anzeigenleuchten nicht vergessen.

Schritt 4: Reifenkontrolle
Die Pneus stellen die Verbindung zwischen Maschine und Straße her. Sie dürfen nicht überaltert oder brüchig sein. Sind sie eckig oder ungleichmäßig abgefahren, sollten sie ebenfalls gewechselt werden. Mit einem Profiltiefenmesser das Reifenprofil testen. Eine Tiefe von 1,6 mm ist das äußerste Verschleißlimit – für eine sichere Fahrt bei Nässe und Regen sollte man schon ab einer Profiltiefe von 2 mm neue Schuhe für das Bike einplanen. Das Produktionsdatum steht auf dem Reifen: Es setzt sich aus der Kalenderwoche und dem Jahr zusammen.

Schritt 5: Bremsflüssigkeit wechseln
Die Bremsflüssigkeit nimmt im Laufe der Zeit Wasser auf. Der Bremsdruckpunkt wird schwammig und eine sichere Bremsung ist nicht mehr möglich. Daher ist alle zwei Jahre ein Wechsel der Bremsflüssigkeit notwendig. Die Bremsklötze sollten zum Motorrad-Saisonstart noch weit von ihrer Verschleißgrenze entfernt sein. Spätestens wenn sie erreicht ist, müssen sie ausgetauscht werden.

Schritt 6: Zündkerzen und Luftfilter prüfen
Papierluftfilter sollten nach ungefähr 10.000 bis 18.000 Kilometer ausgetauscht werden. Ein Wechsel der Zündkerzen wird entsprechend den Wartungsangaben des Herstellers ca. alle 10.000 km fällig. Die Zündkerze selbst sollte trocken und rehbraun aussehen. Zündkerzenstecker altern ebenfalls. Das kann zu einer Fehlerquelle werden. Um Pannen vorzubeugen, ist auch hier ein Wechsel empfehlenswert.

Schritt 7: Kontrolle der Gabelölsimmerringe
Bei jeder Fahrt müssen die Gabeldichtringe einiges aushalten. Bevor es in die neue Motorrad Saison geht, ist eine Dichtigkeitsprüfung der Gabelölsimmerringe empfehlenswert. Bei dieser Gelegenheit wird entsprechend der vorgegebenen Wechselintervalle des Fahrzeugherstellers das Gabelöl gewechselt.

Mit frischen Betriebsflüssigkeiten in die Motorrad Saison

Wie die Bremsflüssigkeit altert auch das Motoröl. Die Schmierfähigkeit und die Additive lassen nach, und im Ölkreislauf sammelt sich Schmutz. Der beste Zeitpunkt für einen Ölwechsel ist zu Beginn der Winterpause. Der späteste Termin ist kurz vor der neuen Motorrad Saison. Während der Arbeiten und auch während der laufenden Motorrad-Saison heißt es, immer wieder den Ölstand zu kontrollieren. Zu viel Öl ist ebenso schädlich für den Motor wie zu wenig.

Motorräder mit Wasserkühlung haben einen Ausgleichsbehälter. Eine Kontrolle des Flüssigkeitsstands und ein Blick auf die Schläuche oder den Kühler, um zu sehen, ob Kühlflüssigkeit austritt, ist daher sinnvoll. Kraftstoffbehälter und Schläuche müssen ebenso wie der Benzinhahn, der Vergaser oder die Einspritzanlage komplett dicht sein.

Für eine sorgenfreie Motorrad Saison: Vergaserdüsen reinigen

Wurden die Schwimmkammern vor der Winterpause nicht entleert, kann es sein, dass sich die Vergaserdüsen mit Harz zugesetzt haben. Mit einem Kraftstoffreiniger, der dem Sprit beigegeben wird, kann das Harz gelöst werden. Das hat auch nichts gebracht? Dann bleibt nur die Demontage des Vergasers und seine gründliche Reinigung mit Vergaser-Reiniger.

Fit für die Motorrad Saison: Die Antriebskette

Bei den meisten Motorrädern gehört eine Antriebskette zum Antriebsstrang. Bevor es in der neuen Motorrad Saison zur ersten Ausfahrt geht, sollte sie gereinigt und frisch eingesprüht werden. Eine Prüfung der Kettenspannung und auf mögliche Verschleißerscheinungen ist notwendig.

Vor der Saison: Kontrolle der Riemenspannung und des Kardanantriebs

Hat das Bike einen Riemenantrieb, muss auch er vor Beginn der Motorrad Saison auf Herz und Nieren überprüft werden. Hat sich Schmutz wie Sand oder kleine Steinchen im Riemen angesammelt? Das kannst du mit einer weichen Bürste entfernen. Ein Blick in die Herstellerangaben gibt Auskunft über die erforderliche Riemenspannung. Hier ist es eventuell notwendig, sie neu einzustellen.

Die dritte Antriebsvariante ist der Kardanantrieb. Hierbei handelt es sich um ein wartungsarmes und geschlossenes System. Also einen Füllstand-Check machen und bei niedrigem Ölstand mit geeignetem Kardanöl auffüllen.

Damit während der Motorrad Saison nichts klappert: Auspuffanlage und alle Schrauben überprüfen.

Die Vibrationen während der Fahrt stellen nicht nur für die elektronischen und elektrischen Systeme eine Herausforderung dar. Auch die Auspuffanlage sowie deren Verbindungen sind davon betroffen und es können sich Schrauben und Co. lockern. Um Undichtigkeiten und ungewollte Geräusche zu vermeiden, müssen die Abgasanlage und ihre Verbindungen dicht sein und festsitzen. Es könnte sonst zu Schäden am Schalldämpfer und am Katalysator kommen.

Rund ums Bike finden sich zahlreiche Befestigungsschrauben, die auf einen festen Sitz kontrolliert werden sollten. Hat sich etwas gelockert, werden sie mit dem vorgeschriebenen Drehmoment wieder angezogen.

Die letzten Arbeiten vor Beginn der Motorrad Saison

Die Vorderradgabel und die Stoßdämpfer fürs Hinterrad müssen gut ein- und ausfedern. Dabei dürfen sie weder nachwippen noch -dämpfen. Beide Elemente sollten daher kontrolliert werden: Ein Schmierfilm kann auf mögliche Undichtigkeiten hinweisen.

Damit es während der Motorrad Saison nicht zu bösen Überraschungen kommt, müssen Gas- und Kupplungszug in einwandfreiem Zustand und ausreichend Spiel vorhanden sein. Dazu den Lenker langsam von ganz links bis zum Anschlag auf der anderen Seite bewegen.

Ohne Rost und frisch geputzt in die Motorrad Saison

Feuchtigkeit und Schmutz können Rostnester am Bike aufblühen lassen. Mit einer Drahtbürste oder Schleifpapier diese Stellen entfernen und anschließend mit Rostschutzfarbe grundieren. Darüber kommt die Fahrzeugfarbe (Sprüh- oder Tupflack). Rost an Chromteilen oder auf blankem Aluminium mit Politurpasten für die jeweiligen Materialien entfernen.

Nun heißt es noch, den hoffentlich kaum vorhandenen Winterschmutz wegzuputzen, bei Bedarf Hebel und Gelenke gründlich zu schmieren und den Reifendruck auf die Herstellerangaben zu bringen. Ein wenig Schließzylinderspray schmiert alle Schließvorrichtungen.

Fazit: Gut vorbereitet in die kommende Motorrad-Saison

Mit der richtigen Vorbereitung steht einem entspannten und sicheren Start in die Motorrad-Saison nichts mehr im Wege. Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich die Winterpause nutzen, um sicherzustellen, dass sowohl Bike als auch Fahrer zum Beginn der Saison sofort startbereit sind. Denn das für Biker ebenso wie für Autofahrer immer wieder ein kleiner Neubeginn. Um Risiken zu minimieren, sollte man sich gedanklich und körperlich darauf vorbereiten und es langsam angehen lassen. Hier kann auch ein Motorrad-Training sinnvoll sein.

 

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