Ducati stellt die Multistrada auf neue Räder und arbeitet dabei nochmals den Enduro-Charakter des Modells heraus.
Ducati stellt die Multistrada auf neue Räder und arbeitet dabei nochmals den Enduro-Charakter des Modells heraus. (© Ducati)
Produkt 6 Bilder

Ducati enthüllt neue Multistrada-Familie
05.11.2020

Die Touren-/Reisen-/Allzweckwaffe der Italiener startet mit einem potenten V4-Motor, dickem Elektronikpaket und neuem Fahrwerk durch. Und als echtes Leichtgewicht innerhalb der opulenten Reisedampfer-Fraktion.

In den 18 Jahren, in denen Ducati nunmehr Fahrzeuge unter dem Modellnamen Multistrada vermarktet, produzierte der Hersteller nach eigenen Angaben über 110.000 Einheiten des Allzweck-Bikes. Das Modelljahr 2021 stellt indes eine echte Zäsur da – nicht nur aufgrund des Normenwechsels von Euro 4 zu Euro 5. Die neue Generation des Reisedampfers verlässt nämlich das V2-Lager endgültig und setzt künftig auf einen hochpotenten V4-Motor, einem Ableger aus dem Panigale-Supersportler-Lager, der aus seinen 1.158 Kubikzentimetern Hubraum satte 170 PS (125 kW) Leistung schöpft und ein maximales Drehmoment von 125 Nm ausliefert. Trotz seiner optischen und leistungstechnischen „Mächtigkeit“ bringt das Aggregat nicht einmal 67 Kilo auf die Waage – was dem gesamten Fahrzeug eine Trockenmasse von lediglich 215 Kilo beschert. Ein Wert, den man sonst nur in der Mittelklasse findet. Was den Verbraucher freut (den Händler wohl eher nicht): Künftig muss die Multistrada laut Herstellerempfehlung nur alle 15.000 Kilometer zum Ölwechsel, zum Überprüfen des Ventilspiels gar nur alle 60.000 Kilometer.

Im Mittelpunkt eines dicken Elektronikpakets, das die Multistrada V4 an Bord hat, steht eine so genannte Inertial-Plattform (IMU), die über ihre Sensorik das Kurven-ABS, eine Wheelie-Kontrolle, die Traktionskontrolle und – bei der Multistrada V4 S – das Abbiegelicht mit Dynamik- und Bewegungsdaten versorgt. Die gegenüber dem Basismodell noch üppiger ausgestattete Multistrada V4 S ist überdies mit einer Berganfahrhilfe und einem semi-aktiven Fahrwerk ausgerüstet, das ebenfalls mit der IMU kommuniziert. Eine Premiere in der Multistrada: Man kann künftig ein Front- und Heck-Radarsystem bestellen, das den Einsatz eines adaptiven Tempomaten und einer sogenannten Blind Spot Detection (BSD) ermöglicht, einem System, das Objekte in „toten Winkeln“ sichtbar machen soll.

Ducati setzt bei der neuen Multistrada V4 auf einen Aluminium-Monocoque-Rahmen, ein 19-Zoll-Vorderrad und eine neue Zweiarmschwinge, die den Einsatz von Speichenrädern ermöglicht. Auch in die Optimierung der Aerodynamik – und damit die Steigerung des Fahrerkomforts – hat Ducati nach eigenen Angaben viel Energie gesteckt. Der V4-Motor, der bei Ducati nun den Beinamen „Granturismo“ trägt, verfügt überdies über ein System, das etwa bei einem Ampelhalt die hintere Zylinderbank deaktiviert. Das soll den Wärmehaushalt des Aggregats verbessern und den Verbrauch senken.

Das zentrale Modell der Baureihe, die V4 S, ist laut Hersteller sowohl in der Farbe „Aviator Grey“ als auch in „Ducati Red“ erhältlich – je nach Kundenwunsch entweder mit Leichtmetall- oder mit Speichenfelgen. Kombiniert werden kann mit verschiedenen Ab-Werk-Paketen. Neben dem Basismodell hat Ducati zudem eine dritte Version namens Multistrada V4 S Sport aufgelegt. Hier gibt’s eine sportliche Sonderlackierung und ein Performance-Paket mit Akrapovič-Auspuff und vorderem Carbonkotflügel.

Die neue Ducati Multistrada V4 steht laut Ducati ab Dezember bei den Vertragshändlern.

Tags

Bleiben Sie auf dem Laufenden!

Newsletter
RSS Feed

Abo

Sie möchten die World of Bike abonnieren? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

Aktuelle Ausgabe: 02/24