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Brembo: Seit 40 Jahren siegreich in der MotoGP
02.08.2018

Am 20. August 1978 gelang Virginio Ferrari auf einer Suzuki RG 500 ein überraschender Sieg in der 500-Kubik-Königsklasse. Schauplatz: Der Große Preis von Deutschland auf dem Nürburgring. Das Besondere: Ferraris Suzuki fuhr mit Bremsen des damals eher Insidern bekannten italienischen Mittelständlers Brembo. 40 Jahre später ist das Unternehmen ein Weltkonzern – und kein Spitzenfahrer kann mehr auf das Bremsenmaterial aus Italien verzichten.

Rückblende: 1978 ist Brembo ein aufstrebender Technikspezialist mit 100 Mitarbeitern. Das Unternehmen unterstützt das Team Gallina, das in der noch uneingeschränkt zweitaktenden 500er-WM eine Kundenmaschine des Typs Suzuki RG 500 an den Start schickt, pilotiert von Virginio Ferrari. Das Besondere an dem Bike: Brembo verbaut an der Vorderachse Zwei-Kolben-Bremssättel der hauseigenen 38-mm-„Gold Series“, eine Axialpumpe des Typs 15.87 und zwei gusseiserne Bremsscheiben aus eigener Produktion mit 280 Millimetern Durchmesser. Virginio Ferrari siegt in dieser Konfiguration auf dem prestigeträchtigen und bremsenfordernden Nürburgring, schenkt Brembo den ersten Sieg in der Königsklasse des Straßenzweiradsports und lenkt damit den Fokus erstmals auf einen Bremsenausrüster, der in der Folge einen beispiellosen Siegeszug hinlegen und so zum Marktführer und zur Technikreferenz im Spitzenmotorsport reifen sollte.

Heute beschäftigt Brembo weltweit mehr als 10.000 Mitarbeiter, die Zahl der Siege in der Königsklasse mit 500 Kubik bzw. in der MotoGP geht inzwischen auf die 500 zu. Am 30. Juli 2018 waren es exakt 472 Rennsiege für Brembo. Der letzte Triumph eines Bikes ohne Material des Ausrüsters aus dem lombardischen Curno ist datiert auf den 21. Mai 1995. Obwohl das MotoGP-Reglement keineswegs den Einsatz von Brembo-Komponenten vorschreibt, mag heute kein Spitzenfahrer mehr darauf verzichten.

Es ist ebenfalls ein Italiener, der bislang die meisten Trophäen für Brembo holte. Valentino Rossi fuhr sämtliche seiner 89 Siege in der Königsklasse mit Komponenten der Italiener ein. Für die australische Grand-Prix-Legende Mick Doohan, der mit 54 Rennsiegen Zweiter in der Brembo-Gewinnerwertung ist, entwickelten die Italiener sogar ein ganz besonderes Feature. 1992 war Doohan in Assen schwer verunglückt und kämpfte in der Folge mit einer erheblichen Beeinträchtigung seines rechten Beins, so dass er auch den klassischen Fußbremshebel nicht mehr bedienen konnte. Brembo entwickelte für Doohan daraufhin eine Daumenpumpe zur Dosierung der hinteren Bremse – eine technische Lösung, die in den vergangenen Jahren auch andere MotoGP-Fahrer übernahmen.

Was die Fahrzeughersteller betrifft, erzielte Honda die meisten Siege mit Brembo-Bremsen: 236 an der Zahl. Es folgen Yamaha mit 176 Siegen, Ducati mit 42, Suzuki mit 14, Cagiva mit drei. Sanvenero, ein kleines italienisches Team, holte 1982 mit dem Schweizer Michel Frutschi beim Großen Preis von Frankreich seinen einzigen Sieg für Brembo.

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