Branche

ACEM warnt: Neue US-Zölle gefährden Europas Motorradindustrie
27.08.2025

Die Motorradindustrie fordert dringende Maßnahmen, da die USA prohibitive Zölle auf europäische Motorräder einführen.

Der Europäische Verband der Motorradhersteller (ACEM) äußert seine tiefe Besorgnis darüber, dass das Rahmenabkommen zwischen der EU und den USA vom 21. August den Handelsherausforderungen, denen sich die europäischen Hersteller gegenübersehen, bei weitem nicht gerecht wird. Obwohl die diplomatischen Bemühungen auf beiden Seiten des Atlantiks anerkannt werden, sieht sich die europäische Motorradindustrie aufgrund des begrenzten Geltungsbereichs des Abkommens mit einem neuen allgemeinen Zollsatz von 15 % auf Produkte konfrontiert, die in die Vereinigten Staaten exportiert werden. Darüber hinaus unterliegen europäische Motorräder, Teile und Zubehörteile nun auch einem Zollsatz von 50 % auf ihren Stahlanteil.

Dieser unausgewogene Rahmen schafft eine wirtschaftlich untragbare Situation für europäische Hersteller, da Stahl ein grundlegender Bestandteil im Motorradbau ist. Die Beibehaltung der Strafzölle bedroht die Wettbewerbsfähigkeit der ACEM-Mitgliedsunternehmen und gefährdet die von ihnen in ganz Europa und den USA geschaffenen Arbeitsplätze. Die derzeitige Regelung führt faktisch zu einer diskriminierenden Behandlung, die jahrzehntelange erfolgreiche transatlantische Geschäftsbeziehungen untergräbt.

Während das Abkommen künftige Gespräche über Zollkontingente (TRQ) für Stahl, Aluminium und Derivate vorsieht, betont ACEM, dass diese Gespräche über vage Verpflichtungen hinausgehen und konkrete Zeitpläne und messbare Ergebnisse liefern müssen. Die Branche kann eine anhaltende Unsicherheit nicht länger ertragen, solange grundlegende Wettbewerbsnachteile bestehen bleiben. Die europäischen Hersteller benötigen umgehend Klarheit darüber, wann eine umfassende Entlastung erreicht sein wird. Auch in Zukunft wird ACEM seine regelmäßige Zusammenarbeit mit den europäischen Institutionen fortsetzen, um technisches Fachwissen und die Perspektive der Branche in die laufenden Verhandlungen einzubringen.

Antonio Perlot, Generalsekretär der ACEM, sagte:
„Wir würdigen zwar die Bemühungen der Kommission, doch stellt dieses Rahmenabkommen in seiner jetzigen Form eine völlig unzureichende Antwort auf die Herausforderungen dar, denen sich die europäische Industrie gegenübersieht. Zusätzlich zu den 15 % Zoll auf allgemeine Produkte machen die neu eingeführten 50 % Zoll auf Stahlanteile einen Großteil der Vorteile des Abkommens für Motorradhersteller bedeutungslos. Wir können keine Situation akzeptieren, in der europäische Unternehmen aufgrund unvollständiger Verhandlungen weiterhin einem erheblichen Wettbewerbsnachteil ausgesetzt sind. Die europäische Motorradindustrie fordert eine ausgewogene Verhandlungslösung für den transatlantischen Handel, die einen fairen Wettbewerb und gegenseitigen Marktzugang wiederherstellt.“ 

Tags

Bleiben Sie auf dem Laufenden!

Newsletter
RSS Feed

Abo

Sie möchten die World of Bike abonnieren? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

Aktuelle Ausgabe: 08/25