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24h „The Resistance“ in Zuera, Spanien
18.06.2024

Vespa The Resistance ist ein 24-Stunden-Langstreckenrennen mit einem besonderen Twist: die Fahrzeuge sind Vespa- und Lambretta-Roller, von serienmäßigen Modellen bis hin zu stark modifizierten Rennmaschinen.

In vier verschiedenen Kategorien gehen bis zu 60 Teams mit insgesamt etwa 320 Fahrern an den Start. Sie haben 24 Stunden Zeit, um gegeneinander anzutreten, wobei der Spaß und die Essenz des Langstreckenrennens im Vordergrund stehen.

Die Organisation dieses Rennens begann 2006 mit einem 6-Stunden-Ausdauerrennen. 2011 wurde das Event zu einem 24-Stunden-Rennen erweitert und als Vespa The Resistance bekannt. Es findet auf dem Circuito Internacional de Zuera statt, einer Strecke, die weltweit für die Austragung der CIK-Weltmeisterschaft bekannt ist. Die Rennstrecke ist 1.700 Meter lang, 10 Meter breit und umfasst 7 Rechts- sowie 4 Linkskurven, was für Spannung von der ersten bis zur letzten Minute sorgt. Es darf ohne Übertreibung gesagt werden, dass es sich bei diesem Rennen um die inoffizielle Weltmeisterschaft im Langstreckenrennen für Roller handelt.

 

Eine Vespa, fünf Fahrer

In diesem Jahr gingen insgesamt 29 Teams in den verschiedenen Klassen an den Start, darunter Roller von den Tuning-Schwergewichten wie Polini, Pinasco oder Crimaz. SIP Scootershop ist einer der Sponsoren des #Team Germany 111 powered by GSF, kurz #TG111. Mitgründer Mike Betz erinnert sich: „Wir waren das erste Team aus dem deutschsprachigen Raum, das bereits am Premierenrennen im Jahr 2011 teilgenommen hat. Danach haben wir aktiv Werbung für dieses Rennen gemacht, wodurch in den folgenden Jahren immer mehr deutschsprachige und auch französische Teams dazu kamen. Kein anderes Team hat bisher zweimal gewonnen, aber wir haben bereits vier Gesamtsiege (aller Teams) in der Klasse SP1 (schnellste Klasse) erreicht.“

Neben Mike nahmen vier weitere Fahrer am Rennen teil: Rapfi, Woidi, Ulf und Stoffi. Im Qualifying hatte man sich mit dem 3. Platz eine hervorragende Ausgangssituation erarbeitet und Rapfi ging um Punkt 12.00 Uhr mit dem berühmten Le Mans Start in den ersten Stint, der laut Reglement nicht länger als 65 Minuten pro Fahrer dauern darf. Nach drei Stunden lag #TG111 auf einem formidablen 2. Platz. Die Maschine lief rund, noch keine Probleme.

 

Die Menschen in der Box

„Ohne ein gutes Team sind die Fahrer nicht viel wert“, sagt Mike. „Das Team baut den Roller vor dem Rennen maßgeblich mit auf und stellt während des Rennens die Boxencrew. Unsere Jungs haben fantastisch gearbeitet. Seit diesem Jahr engagieren wir uns zudem aktiv in der Nachwuchsförderung. Zwei Teammitglieder haben ihre Söhne mitgebracht, wobei einer von ihnen bereits einen Rennroller besitzt.“

Alex ist verantwortlich für die gesamte Elektrik und die selbst entwickelten Steuergeräte am Roller sowie für die Live-Telemetrie. Seit zwei Jahren organisiert er zudem eigenständig die komplette Liveübertragung vom Roller und das Streamen ins Internet. Putzi, der Mann der ersten Stunde, als das Langstreckenteam nur aus ihm und Mike bestand, hat seine Pilotenkarriere inzwischen beendet. Sein Sohn Leo hilft beim Aufbau des Rollers und gehört ebenso zur Boxencrew wie Benni, Sud und dessen Sohn Moritz.

 

Fakten zur Rennvespa

  • PS: ca. 35
  • Max. Speed: 130 km/h
  • Bremsbeläge: zwei Sätze pro Rennen
  • Spritverbrauch: 190 Liter im Rennen
  • Rundenzahl: 1.003
  • Schnellste Runde: 1:15.910
  • Strafen: keine
  • Temperatur: über 30 Grad in der Lederkombi
  • Start: Le Mans
  • Zeitkosten: Ein Jahresurlaub
  • Länge Stint: 65 Minuten
  • Schlimmstes Jahr: 2018 mit Sturm und Hagel
  • Nächstes Rennen: Cheb500 im September in Tschechien

 

Das Vespa 24h-Rennen live und in Farbe

Und diese Boxencrew bekam nach rund fünf Stunden zum ersten Mal richtig viel zu tun, denn ein atemloser Pilot Stoffi meldete: „Keine Schaltung mehr.“ Nun muss schnell, zielstrebig und professionell gearbeitet werden und das tun die Jungs, die mit dem Schraubenschlüssel in der Hand geboren wurden. Und wenn es mal nicht weitergeht, helfen sogar die anderen Teams. Das ist fairer Sportsgeist.

Also zurück auf die Strecke! Weiter geht’s! Nach neun Stunden bricht die Dämmerung herein und Stoffi freut sich über die sinkenden Temperaturen. Dann wird’s dunkel, das Team liegt auf Rang #3 und während der Nacht fallen einige Reparaturen an, aber der 3. Platz kann bis zur Morgenröte verteidigt werden. Dank Alex konnten die Zuschauer das ganze Geschehen über einen Livestream bei Youtube verfolgen.

 

Drama und Spannung bis zum Schluss

Die Kühle der Nacht wich, die Sonne eroberte die Strecke zurück und #TG111 drehte Runde um Runde und verteidigte seine Position im Feld. 15 Minuten vor Schluss allerdings eine krasse Schrecksekunde: „Ulf ist gestürzt, er schiebt den Roller zur Box.“ Hektische Betriebsamkeit, die man nicht beschreiben. 4 Minuten und 27 Sekunden vor Rennende ist der Roller wieder auf der Strecke und behauptet Rang #3 hinter den Werksteams von Crimaz und Pinasco. Nur zwei Runden Vorsprung auf das Team Toomoto Vespa Rubiella. Das war verdammt knapp! Mike findet die richtigen Worte: „Wir hatten viele Probleme, aber die Moral im Team war nie gebrochen und wir haben bis zum Schluss durchgezogen.“

Auch SIP Scootershop gratuliert "#Team Germany 111 powered by GSF zu dieser Leistung und dem dritten Platz. Die Hingabe, Professionalität und Teamleistung haben SIP so tief beeindruckt, dass nicht nur deren CEO Ralf sogar nachts vor dem Fernseher saß und das Rennen live verfolgte.

 

Link zum SIP-Blog mit Video: https://sip.shop/zuera24

Fotos: Bengt Lange

Text-Quelle: SIP Scootershop (www.sip-scootershop.com)

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