Branche

100 Jahre BMW: Vom Kleinfertiger zum Hochtechnologie-Konzern
07.03.2016

Alles begann vor 100 Jahren in einer kleinen, im Norden Münchens ansässigen Flugzeugmotorenfabrik. Heute ist BMW ein global agierender Hochtechnologie-Konzern und unter anderem Premium-Hersteller von Motorrädern.

Das erste komplett selbst entwickelte Motorrad stellte BMW 1923 auf der Deutschen Automobil-Ausstellung in Berlin vor. Entwickelt wiederum von Max Friz, angetrieben von einem quer eingebauten Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor, besaß die R 32 ein direkt an den Motor angeblocktes Schaltgetriebe und eine Kraftübertragung über eine Welle anstelle einer Kette oder eines Riemens. BMW-Bikes mit Boxer tragen bis heute diese Charakteristika. Mit diesem Konzept etablierte sich die Marke damals schnell als Hersteller hochwertiger Zweiräder und untermauerte dies 1929 mit neuen 750-Kubikzentimeter-Modellen. Ein innovativer Pressstahl-Rahmen verhalf den Großvolumern zu stabilerem Fahrverhalten und einem wuchtigen Erscheinungsbild. Dies ließ den Begriff der „deutschen Schule“ des Motorradbaus aufkommen und wirkte stilbildend für die gesamte Branche.

Schon wenige Jahre später setzten die BMW-Konstrukteure erneut ein Ausrufezeichen - zunächst auf Rennstrecken, wo eine neue Maschine mit 500-Kubik-Boxermotor von Erfolg zu Erfolg eilte. Sie war konstruktives Vorbild für die BMW R 5, die 1936 auf den Markt kam und neue Maßstäbe setzte. Verantwortlich dafür waren ein nun 24 PS starker Motor und ein Doppelrohrrahmen aus konischen Ovalrohren, der erstmals elektrisch geschweißt war und die Nachteile früherer Lötverbindungen - Brüche unter stärkerer Belastung - eliminierte. Der neue Rahmen arbeitete mit einer Teleskopgabel, die das Unternehmen zuvor bei den Modellen R 12 und R 17 als erster Hersteller im Serienbau vorgestellt hatte. Die R 5 besaß eine zuvor nur bei Rennmaschinen eingesetzte Fußschaltung, die den Handhebel ersetzte. Außerdem wurde die Hinterradbremse nun mit der Fußspitze betätigt.

Von 1973 an begann eine neue Ära des Motorradfahrens. BMW hatte kurz zuvor die neuen Modelle 50/5, R 60/5 und R 75/5 auf den Markt gebracht. Das Motorrad war damit nicht länger nur Fortbewegungsmittel, sondern wurde zum Freizeitvergnügen - ein Ansatz, der sich mit sportlichen Reisemaschinen, die mit einer bequemen Sitzbank und einem Elektrostarter ausgestattet waren, gut umsetzen ließ. 1976 präsentierte das Unternehmen die R 100 RS, das erste Großserienmotorrad mit einer im Windkanal entwickelten Vollverkleidung.

Einen Paukenschlag setzte BMW 1980 mit der Vorstellung der Reiseenduro R 80 G/S. Mit der schnell nur unter ihrem Kürzel „G/S“ geläufigen Maschine legte BMW den Grundstein für das bis heute außergewöhnlich populäre Segment der Reise-Enduros. 1988 baute BMW als weltweit erster Hersteller eine Bremsanlage mit ABS in seine Motorräder ein, 1991 wurde ebenfalls als Weltpremiere ein Dreiwegekatalysator eingeführt. Einen Wandel leitete schließlich die 1994 vorgestellte BMW R 1100 RS ein. Erstmals übernahm der Motor eine tragende Funktion, sodass auf einen Hauptrahmen verzichtet werden konnte.

Kleine BMW-Chronologie:7. März

1916

Als Nachfolger der Gustav-Otto-Flugmaschinenfabrik mit Sitz an der Lerchenauer Straße in München wird die Bayerische Flugzeugwerke AG gegründet. 1922 werden auf diese der Motorenbau, der Name und das Markenlogo der Bayerischen Motoren Werke AG übertragen. Damit gilt der 7. März 1916 als Gründungsdatum der „Neuen BMW AG“.10. Dezember 1917Das runde Markenlogo mit den Buchstaben BMW und den bayerischen Landesfarben Blau und Weiß wird in die Zeichenrolle des Kaiserlichen Patentamts eingetragen. Ende der 1920-er Jahre taucht es erstmals in der Werbung auf.28. September 1923Auf der Deutschen Automobil-Ausstellung in Berlin wird die BMW R 32 vorgestellt: das erste Motorrad der Marke, angetrieben von einem quer eingebauten Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor.17. Dezember 1948In München wird die Motorrad-Fertigung wieder aufgenommen, als erstes Nachkriegsfahrzeug der BMW AG entsteht eine BMW R 24 mit Einzylinder-Motor.

  1. Januar 1955Auf dem Brüsseler Salon wird mit der BMW R 50 und der BMW R 69 eine neue Modellreihe mit Vollschwingen-Fahrwerk vorgestellt. Diese Baureihe bestimmt bis 1969 das BMW Motorradprogramm.20. Januar 1981Der Franzose Hubert Auriol gewinnt auf einer BMW R 80 G/S die Rallye Paris-Dakar.
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