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Satire

Fränkie: Am Plattenbau fallen Schüsse ( Achtung Satire)
Was ist Fränkie?
1. 5. 2017

Als hätten sie den Teufel persönlich gesehen. Menschen laufen schreiend durch das Viertel.

Über dem galaktischen Plattenbau von Oma Trude hängt eine grüne, übel riechende Wolke. Menschen hängen ihre Köpfe aus den Fenstern, und kotzen um ihr Leben. Gerhard, der Auslöser von all dem Übel, ist mehr oder weniger immun gegen seine eigene Waffe. Noch immer liegen alle Anwesenden im Koma. Zwischenzeitlich haben sich die Körper verkrampft und verformt. Selbst die eher blasse Helga hat die Hautfarbe gewechselt. Grüne Stirn, übergehend in ein tiefes Schwarz in Richtung Kinn.

Am Eingang staut sich ein Volk aus Rettern, Polizisten, Schaulustigen und Reportern. Gerhards Gaswolke klebt förmlich an Haus und Garten. Niemand getraut sich den Wohnblock zu betreten. Dann kann man etwas Weißes erkennen, das sich im Treppenhaus bewegt. Es kommt weiter herunter und die ersten Menschen treten verschreckt zurück. Dann sieht man mehr und mehr. Erste Helfer stoßen leise Schreie aus. Augen und Mund sind weit geöffnet. Dann tritt Gerhard aus der Wolke hervor. Barfuß und nur mit seiner Feinrippunterhose geht er auf die Leute zu. Panisch und schreiend rennen die Ersten davon. Polizisten ziehen ihre Pistole aus dem Halfter, gehen in die Knie und zielen auf das weiße Ding. Gerhard, der zwischenzeitlich aussieht als hätte er Ebola gemischt mit Sonnenbrand und der schwarzen Pest, versetzt die Menschenmassen in noch größere Panik. Als er etwas sagen will, schreien weitere Menschen, „Das Ding kann sprechen“ und rennen davon. Die ersten Polizisten schießen vor Angst in die Luft. Dann plötzliche Stille. Im Hintergrund erkennt man die Umrisse einer weiteren Person im Treppenhaus. Langsam und Stufe für Stufe kommt es näher. Dann tritt Elfriede in Erscheinung. Noch immer gezeichnet vom polnischen Mega-Elektroschocker stehen die Haare ab wie bei Frankensteins Braut. Vom Funkenschlag gezeichnet, macht Elfriede nicht mehr viel her. Während der Krampfphase als sie die Stromstöße erhielt, hat sich Elfriede ein Stück von der Zunge abgebissen und blutet stark aus dem Mund. Die Augen kreisen wirr, von links nach rechts und aus ihrer Kleidung steigen kleine Rauchwolken nach oben. Das war dann doch für die meisten Anwesenden zu viel. Als hätte Klaus Wowereit seine Hose runter gezogen und seinen Arsch gezeigt, laufen die Menschen um ihr Leben. Nur vier Polizisten bleiben hart und harren vor Gerhard aus. Dann macht Elfriede einen entscheidenden Schritt nach vorne, und tritt auf eine leere Nussschale. Gleichzeitig hebt sie die rechte Hand nach vorne. Dann passiert es. Einer der Polizisten erkennt darin einen klaren Angriff von Elfriede. Er zielt auf ihren Kopf, macht die Augen zu und schießt. Kurze Ruhe. Dann bricht Gerhard schreiend zusammen. Die Kugel findet ihr Ziel, drei Meter rechts und 1,4 Meter tiefer. Gerhards Wadenbein hat einen glatten Durchschuss. Die drei anderen Polizisten starren auf ihren Kollegen. Der immer noch die Augen verkneift. Seine ersten Worte: Der ist mir in den Schuss gelaufen, das konnte doch jeder sehen. Nach und nach trifft sich die Familie am Eingang. Helga taucht neben Elfriede auf, ebenfalls blutend und ohne Schneidezähne. Wirr sabbert sie zu einem Polizisten: „Könnten Sie die Vitrine von der alten Sau da oben reparieren?“ Dann ist auch Herbert unten angekommen. Die Kuchengabel steckt immer noch in seiner Schulter: „Eins sag ich Euch Scheißer gleich, in die Anstalt bringen mich keine zehn Pferde!“ Auch Oma Trude und Rani sind nun unten angekommen. Als wäre nichts geschehen, sie hält ein Stück Torte in der Hand und streckt sie einen Polizisten entgegen. „Na mein großer Junge, hast bestimmt Hunger. Heute ist mein achtzigster Geburtstag, wir feiern nur ein klein wenig. Deswegen muss man ja nicht gleich mit der Pistole auf uns schießen!“ Dann geht ein Fenster auf, und der Polizist, der direkt hinter Herbert stand, hängt am Fenster. „Ich bin blind, ich sehe nichts mehr, meine Zunge… ich spüre meine Zunge nicht mehr, meine Haare… ich habe keine Haare mehr auf dem Kopf, helft mir!“.

Lesen Sie im April, wer im Krankenbett direkt neben dem Polizisten liegt.



Euer Fränkie aus Franken.
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